Beitragsentwicklung in der PKV
Wie sich die Beiträge in der privaten Krankenversicherung entwickeln
Wegen unser alternden Gesellschaft und beständig wachsender Kosten im Gesundheitswesen werden auch in der privaten Krankenversicherung die Beiträge weiter steigen. Im Gegenzug erhalten die Versicherten das Leistungsversprechen der privaten Krankenversicherung die versicherten Leistungen bis ins Hohe Alter zu erbringen. Die Leistungen der privaten Krankenversicherung können also nicht nach und nach "zusammengestrichen" werden, wie es in der gesetzlichen Krankenversicherung passiert.
Beitragssteigerung in der Krankenversicherung
Dem Thema Beitragssteigerung bei den Krankenkassen, sowohl in der gesetzlichen als auch in der privaten Krankenversicherung wurde bereits mehrfach im Rahmen verschiedener Studien analysiert. Da das gesamte System der PKV von dem der GKV abweicht ist ein direkter Vergleich nur eingeschränkt möglich.
Die Ergebnisse lassen keine Aussagen darüber zu wie hoch individuelle Beitragsanpassungen auf einzelne versicherte Personen ausgefallen sind und wie sich Belastungen aus Beitragserhöhungen verteilen. Beitragsanpassungen in der PKV werden innerhalb eines Tarifes kalkuliert und wirken sich auch nur auf den betreffenden Tarif der jeweiligen privaten Krankenversicherung aus.
Um eine Vergleichbarkeit herzustellen gibt es verschiedene Ansätze, die zu ebenso verschiedenen Ergebnissen kommen und je nach Betrachtungszeitraum auch sehr unterschiedlich ausfallen. Ein Ansatz zum Vergleich der beiden Krankenversicherungs-Systeme besteht darin eine aus aggreggierten Daten abgeleitete Durchschnittsbetrachtung als Vergleichsgrundlage zu nehmen. Eine solche kam zu folgendem Ergebnis:
Die Beitragssteigerung betrug in der privaten Krankenversicherung in den letzten 10 Jahren durchschnittlich 3,9 %. Personen die 1997 in die private Krankenversicherung gewechselt sind haben demnach heute ein Beitragsniveau von durchschnittlich 150 % erreicht.
In der gesetzlichen Krankenversicherung betrug die durchschnittliche Erhöhung im gleichen Zeitraum 2,4 %, das durchschnittliche Beitragsniveau basierend auf 1997 liegt heute bei 130 %.
Ein anderer Ansatz verfolgt die Auswertung des Sozioökonomischen Panel (SOEP). SOEP ist eine bevölkerungsrepräsentative Erhebung von individuellen Haushaltsdaten. Auf Basis von Befragungen im zeitlichen Längsschnitt derselben Haushalte können auch Beitragsveränderungen innerhalb von bestehenden Versicherungsverhältnissen analysiert werden. Andere Analysen, zum Beispiel map-reports basieren auf wirtschaftlichen Daten, unternehmerischen Kennzahlen, wie Bilanzanalysen und Ratings.
Auch bei Betrachtung konkreter Entwicklungen innerhalb einzelner Tarife lassen die Ergebnisse aller Studien naturgemäß nur Aussagen darüber zu wie sich die Beiträge in der Vergangenheit entwickelt haben. Rückschlüsse auf die zukünftige Beitragsentwicklung kann man daraus aber nicht ziehen.
Auf Beitragsstabilität achten
Wer sich vorab Gedanken über die Beitragsstabilität macht, sollte dies unbedingt im Rahmen einer Beratung ansprechen. Krankenversicherungen die sich in der Vergangenheit als besonders beitragsstabil erwiesen haben, werden dies möglicherweise auch in Zukunft so beibehalten. Achten Sie darauf wie oft das Versicherungsunternehmen neue Tarife auferlegt und wie viele Tarife es überhaupt im Versicherungsunternehmen gibt.
Verschiedene nicht beeinflussbare Faktoren wie z.B. die demografische Entwicklung und allgemeine Kostensteigerung wirken sich aber in jedem Fall auf alle Beiträge der privaten und gesetzlichen Krankenversicherung aus. Da alle Voraussagen in Bezug auf die künftige Beitragsentwicklung sehr vage sind, sollte man das Thema auch nicht überbewerten.
Finanzielle Belastung im Alter
Die Gefahr dass eine private Krankenversicherung zu einer finanziellen Belastung werden kann ist durchaus gegeben. Besonders Ruheständler die nicht mehr über das gleiche Einkommen verfügen. Mit verschiedenen Regelungen wird daher versucht die Beiträge abzusichern um die Beitragstabilität im Alter zu gewährleisten.
10% fließen in Altersbeitragssicherung
So werden 10 Prozent der Beiträge aller Mitglieder einer privaten Krankenversicherung zwischen 21 und 60 Jahren im Rahmen einer besonderen Altersbeitragssicherung der Altersrücklage zugeführt. Durch diese Alterungsrückstellung reduzieren sich später die Beiträge. Darüber hinaus bilden viele private Krankenkassen weitere Rücklagen zur Beitragsreduzierung.
Ganz verhindern kann auch eine Altersrückstellung höhere Beiträge im Alter nicht. Durch die Alterungsrückstellung ist die private Krankenversicherung dennoch besser vorbereitet als die Gesetzliche in der keine Rücklagen gebildet werden.
Standardtarif für Rentner
Wenn Sie im Ruhestand sparen wollen, konnten Sie bisher erst mit 65 Jahren in den preiswerten Standardtarif wechseln. Seitdem 2009 der Basistarif eingeführt wurde, ist auch ein Wechsel in diesen eine Möglichkeit. Der Basistarif bietet die Leistungen einer gesetzlichen Krankenkasse mit Kostendeckelung.
Außerdem kann man auch auf einzelne Bestandteile eines Tarif wie etwa Chefarztbehandlung oder das Einzelzimmer im Krankenhaus verzichtet werden. Oder ein Tarifwechsel in einen günstigeren Tarif innerhalb der eigenen Krankenversicherung ist eine Alternative. Leistungseinbußen werden Sie dann aber mit Sicherheit hinnehmen müssen. Aber so kann sich der Beitrag teilweise erheblich reduzieren ohne die Vorteile einer privaten Krankenversicherung zu verlieren.
Vergleichen Sie mit dem PKV Rechner einfach selbst wieviel für Sie eine private Krankenversicherung kostet.
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